Medizingeschichte vom Anfang bis zum Ende
Bei der Medizingeschichte stand nicht die Geschichtsschreibung im Vordergrund, sondern eher die Diagnosen und ihre Therapien, die historischen Autoritäten der Medizin zugeordnet wurden. Ende des 19. Jahrhundert befassten sich Wissenschaftler und Ärzte mit der Geschichte der Medizin. Durch das Zutun, von Karl Sudhoff, konnte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Medizingeschichte als Unterrichtsfach an medizinischen Fakultäten etablieren. Gerade zu dieser Zeit, hielt man sich sehr genau an die Lehren des Hyppokrates.
In der Zeit des Nationalsozialismus 1933 - 1945, verlor die Medizingeschichte viel an Qualität, da viele Medizinhistoriker in die USA auswanderten. Erst in den 70er Jahren wurde dann die Diskussion über die Medizingeschichte wieder angekurbelt. In Deutschland ist die Bedeutung der Medizingeschichte sehr gering. Viele medizinische Institute wurden geschlossen, das wissenschaftliche Personal zog es vor, in den USA oder England zu arbeiten, da hier die Medizingeschichte immer mehr an Bedeutung gewinnt. Aus diesem Grund werden immer mehr medizinische Institute geschlossen.
Wo findet man heute noch Medizingeschichte?
Die Medizingeschichte ist an den medizinischen Fakultäten lokalisiert und gehört zur medizinischen Ausbildung. Auch an Einrichtungen und Instituten ausserhalb der Universität wird die Medizingeschichte bearbeitet. Als Laie kann man sich in naturwissenschaftlichen Museen, oder speziellen medizingeschichtlichen Museen, am Besten ein Bild über die Medizingeschichte machen.Im 19. Jahrhundert gab es enorme Fortschritte, dank der Forschung, in der Diagnose und Therapie vieler Krankheiten. Die Lehre des Pathologen, Rudolf Virchow, brachte den Durchbruch in der Zelltheorie. Erfahrungen im Bereich der Vererbung, waren der Beginn der Humangenetik. Die Bekämpfung des Kindbettfiebers durch Hygienemaßnahmen war eine große Entdeckung in der Bakteriologie. Die Entdeckung der Erreger vieler Krankheiten, die vorher kaum oder schlecht behandelbar waren, wie Milzbrand, Diphtherie, Tuberkulose, Lepra, Pest, Syphilis, Gonorrhö wurden gefunden, somit konnte ein Gegenmittel gegen diese Krankheiten hergestellt werden. Die Chirurgie hatte ihren großen Durchbruch, durch die Entdeckung der Antisepsis (Wunddesinfektion) und der Narkose. Dadurch konnten auch neue Operationstechniken erfunden werden. Die sterblichkeitsrate nach einer Operation wurde hiernach verschwindend gering.
Neue Entdeckungen der Physik und Chemie lieferten neue Erkenntnisse des Nervensystems, der Verdauung, des Herz-Kreislauf-Systems und weiterer Stoffwechselfunktionen. Auch die Röntgenstrahlen und die Radioaktivität wurden im 19. Jahrhundert entdeckt, das war der Beginn, der heutigen Röntgenaufnahmen.
Weitere Informationen in Englisch können Sie in unserem englischsprachigen Verzeichnis nachlesen.