Verhaltensbiologie - eine komplexe Wissenschaft
Die Verhaltensbiologie, auch Ethologie genannt, hat tierisches und menschliches Verhalten als Forschungsziel, und zwar aus biologischer Sicht mit den Methoden der Biologie. Verhalten ist eine Anpassungsleistung des Organismus an die natürliche Umwelt und bezeichnet Bewegung, Geruchssignale und akustische Signale, also alles, was ein Tier von sich gibt. Die Verhaltensbiologie interessiert sich dafür, welche Faktoren das Verhalten des Tieres auslösen und wie dieses gesteuert wird. Die Verhaltensweisen werden dann in den In Ethogrammen beschrieben. Ethogramme werden in "Funktionskreise" untergeteilt: Ruhe und Schlaf, Nahrungserwerb, Aggression. Man unterscheidet zwischen monomodalen, polymodalen und universallen Funktionskreisen. Verschiedene Wissenschaftler gehen von verschiedenen Modellen aus: Lorenz vertritt das psychohydraulische Modell, nach dem das Tier ständig zum Verhalten bereit ist, wenn nur ein Außenreiz kommt, der es auslöst. Skinner hingegen vertritt die Meinung, dass die innere Bereitschaft entstehen kann, wenn ein Außenreiz sie auslöst.
Lebewesen und Elemente der Verhaltensbiologie
Lebewesen bezeichnet man als offene Systeme, die in einem ständigen Austausch der Informationen mit der Umwelt stehen. Die Verhaltensweise, die von einem Reiz ausgelöst wird, kann auf die Reizsituation zurückwirken, aber auch auf das Individuum, das handelt. Verhalten besteht aus Verhaltensketten. Die Reihenfolgen und Elemente deren sind variabel.Die Verhaltenssteuerung besteht aus folgenden Elementen: Lokalisation des Reizes, Identifizieren des Reizes (ist es angeboren oder erlernt), Entscheidungsfindung (ob abhängig von der Motivation oder nicht), motorisches Programm und selbstbezogene Funktionalität. Das Verhalten wird von den proximaten Faktoren beeinflusst (mit Bezug zum Auslöser), aber auch von den ultimaten (mit Bezug zur Funktion). Man unterscheidet dabei zwischen: angeborenen Auslösemechanismen - wenn ein Tier, ohne auf Erfahrung zurück zu greifen, biologisch sinnvole Reaktionen auf Reize bringt. Durch Erfahrung modifizierte Auslösemechanismen - die verändern sich je nach gesammelten Erfahrung immer mehr. Erlernte Auslösemechanismen, die durch Erfahrung ganz neue Reiz-Reaktion Kette auslösen können. Reflexe werden durch Außenreize ausgelöst und es passiert auf den gleichen Reiz immer die gleiche Reaktion - das ist ein so genannter „Alles-oder-Nichts-Prinzip“ - die Reflexe werden also entweder voll und ganz, oder gar nicht ausgelöst. Die begrenzte Verarbeitungskapazität des Gehirns wird durch Reflexe entlastet, wie zum Beispiel das Aufrechthalten des Körpers. Reflexe laufen unbewusst und ziemlich schnell ab und kennen keine Ermüdung. Bei den Reflexen unterscheidet man zwischen:
Kniesehnenreflex:bei dem liegen die Eigenreflexe, Rezeptor und Erfolgsorgan im gleichen Organ
Fremdreflexe: immer polysynaptisch - Reiz und Reaktion passieren aber in zwei verschiedenen Organen
Bedingte Reflexe: die werden erlernt , im Gegensatz zu den unbedingten Reflexen, die angeboren sind und nicht erlernt werden müssen.
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